Klimakrise

Die Macht der Worte in der Klimakrise

By 10/23/2019 No Comments

Die Macht der Worte in der Klimakrise

von Fatljume Halili und Delia Brändli

Sprache hat einen verblüffenden Einfluss auf unser Denken. Unsere Sprache beeinflusst, wie wir die Welt sehen. Worte können konkrete Situationen dramatisieren oder verharmlosen. Gerade bei der aktuellen Klimadebatte ist die Wortwahl essentiell. Es macht einen Unterschied, ob wir von einer „Klimakrise“ oder von einem „Klimawandel“ sprechen.
In diesem Sinne kündigte die britische Zeitschrift „The Guardian“ kürzlich an, sie würde von nun an bei ihrer Berichterstattung rund um die Erderwärmung ausschliesslich von einer „Klimakrise“ statt von einem „Klimawandel“ sprechen. Denn das Wort ‘Wandel’ weckt nicht die Emotionen, die zutreffend für die prekäre Situation der Erderwärmung sind.

“Sprache machen unser Weltverständnis aus. Worte wecken Emotionen, die dann zu Handlungen führen.”

Im Juni wurde dieses Thema auch in Bern an der Akzeptanz-Veranstaltung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), welche im Kontext der Nationalen Forschungsprogramme „Energiewende“ und „Steuerung des Energieverbrauchs“ stattfand, aufgegriffen. Ziel der Veranstaltung war, der Unwissenheit und der fehlenden Erfahrung der Bevölkerung hinsichtlich der Energiewende entgegenzukommen. Und dafür brauche es eine andere, klare Sprache, welche die Klimasituation beschreibt, argumentierte Florian Egli, Vizepräsident vom Forum Aussenpolitik ‘foraus’, der an jenem Tag in Bern referierte. Denn Sprache macht unser Weltverständnis aus. Worte wecken Emotionen, die dann zu Handlungen führen.

"Mit dieser Wortwahl schaffen wir ein Bewusstsein darüber, dass wir uns nicht lediglich in einem – nicht mal zwingend negativen – „Wandel“ befinden, sondern in einer regelrechten Krise, die es nun zu lösen gilt. In diesem Sinne alarmieren wir und rufen gleichzeitig zu einer klaren Haltung und aktiven Taten auf."

Auch wir von Inspire 529 möchten in unserer Tätigkeit als Community Builder die Menschen für nachhaltige Themen sensibilisieren und beschäftigen uns tagtäglich mit der Wortwahl rundum die globale Erwärmung. Mit unserer Sprache möchten wir ein Bewusstsein unter der Bevölkerung hervorrufen und die Menschen dazu bringen, die aktuelle Klimakrise zu hinterfragen und nachhaltige Lebensweisen vorzuziehen.

Von einer „Klimakrise“ statt von einem „Klimawandel“ und von einer „Klimaerhitzung“ statt von einer „Klimaerwärmung“ zu sprechen, ist der erste Schritt. So rufen wir die nötige emotionale Reaktion hervor und verbildlichen die Prekarität unserer globalen Klimasituation. Mit dieser Wortwahl schaffen wir ein Bewusstsein darüber, dass wir uns nicht lediglich in einem – nicht mal zwingend negativen – „Wandel“ befinden, sondern in einer regelrechten Krise, die es nun zu lösen gilt.

In diesem Sinne alarmieren wir und rufen gleichzeitig zu einer klaren Haltung und aktiven Taten auf. Damit sich eine nachhaltige Lebensweise auch etabliert, braucht es natürlich noch mehr. Eine passende Community beispielsweise macht hier einen grossen Unterschied. Wenn das Bewusstsein jedoch schon mal in einer Community verankert ist, braucht es nicht mehr viel, damit sich die Leute zusammenschliessen und gemeinsam etwas bewirken.

Daher sind wir überzeugt, dass wir mit unserer Rhetorik den Anstoss für ein Engagement geben, das fruchtet und die Menschen dazu bringt, mit positiven Beispielen voranzugehen. Nur so kann sich das Verhalten auf individueller und gemeinschaftlicher Ebene wirklich und nachhaltig verändern. Denn die Klimakrise können wir nur gemeinsam lösen.

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